• 16Feb

    PS Vita: Lebenszyklus, Piraterie & PSOne Klassiker

    Shuhei Yoshida sprach mit den Kollegen von Kotaku über die ersten Erfahrungen mit der PS Vita und dem bevorstehenden Launch in den westlichen Ländern. Dabei erzählt der Chef der Worldwide Game Developments, wie der Produktzyklus der PS Vita angesetzt ist, seine Erfahrungen mit dem Knacken der PSP und welche Maßnahmen Sony ergriffen hat diese bei der Vita zu unterbinden. Ebenso wird erwähnt welche Funktionen die PS Vita vielleicht noch bekommen soll und warum das UMD Transfer Programm in Amerika nicht fortgesetzt wird.

    Doch der Reihe nach: Der Lebenszyklus der Vita soll sich im Bereich von 5 bis 8 Jahren bewegen. Ähnlich des kleinen Bruders, der PSP, sollen die 8 Jahre angestrebt werden. Die PSP kam damals 2004 auf dem Markt, seit September 2005 ist sie bei uns in Deutschland erhältlich. Jetzt wird der Support für die PSP eingestellt, so wird bspw. die Umbenennung Sonys eigenen Netzwerkes “PSN” auf “SEN” auf der PSP nicht mehr stattfinden. Ebenso wird in Kürze auch der Comice Store geschlossen. Wir merken: Die PSP geht langsam aber sicher ihrem Grabe entgegen. Den selben Zyklus soll auch die Vita gehen, weswegen man sie mit ausreichend Power ausgestattet haben will, um so den Entwicklern genügend Kraft zu geben ihre Spiele auf dem System zu entwickeln.

    Shuhei Yoshida äußerte sich ebenfalls zu den Behauptungen ein Gerät wie PS Vita bräuchte man zu heutigen Zeiten nicht mehr. In unserer Zeit, wo mittlerweile beinahe jeder Haushalt ein Smartphone oder Tablet Computer hat und diese zudem einen ordentlichen Spieleumsatz generieren können, sieht sich Shuhei Yoshida nicht wirklich in Gefahr. Die PS Vita spreche ein komplett anderes Publikum an. Richtige “Core-Spiele” gäbe es für Smartphones und Tablets nicht, diesen kompletten Markt würden sich fast ausschließlich Sony und Nintendo teilen. Den Unterschied machen natürlich Features aus, und davon soll die Vita natürlich genügend haben. Solange Handhelds einzigartige Features bieten, sollten sie ihre Daseinsberechtigungen haben.

    Anschließend kam man auf das Thema Piraterie zu sprechen. Nachdem die PSP durch Hacker geknackt worden war, ging der Absatz an Konsolen und Spielen spürbar und sehr deutlich zurück. Entwickler haben daraufhin reagiert und sich zur einzigen Konkurrenz gewechselt oder haben das System zur PS3 hin verlassen. Schließlich geht es auch um ihr Geld welches durch die Piraterie verloren geht. Yoshida zeigt sogar Verständnis: Warum sollte man als Endanwender Geld für Spiele ausgeben, wenn die Verlockung von kostenlosen Downloads im Internet doch sehr reizvoll ist? Doch man möchte hier nachbessern, und zwar deutlich. Aus der PSP und deren Sicherheitsstufen hat man gelernt und hat bereits mit der PS3 einen sehr wichtigen Schritt getan und Anti-Piraterie-Maßnahmen getroffen. Während Hacker die damalige Firmware 3.41 und 3.55 knacken konnten, ist ab 3.56 bis zur heutigen 4.11 noch kein Erfolg in Sicht. Sony hat die Sicherheitsmaßnahmen doch deutlich verschärft und ein unmittelbarer Jailbreak ist nicht absehbar. Das selbe Team welches die Sicherheitsmaßnahmen der PS3 entwickelt haben, hat sich auch um die PS Vita gekümmert. Und Yoshida ist sich sicher das die PS Vita es den Hackern es schwerer machen wird zu knacken. Aber deckt sich das mit den ersten Meldungen die es bereits in der Szene gibt? Einige Hacker sollen doch bereits erste Erfolge erzielt haben.

    Außerdem äußerte sich der Entwicklungschef zu den Spielefeatures der PS Vita. Zum Start der Vita in Amerika und Europa wird sie bereits PS Vita Spiele abspielen können. Cross-Game Chat und sehr viele PSP Downloadtitel. Doch eines wird sie noch nicht können: PS1 Spiele wiedergeben. Das ist laut Yoshida einer der wichtigsten Punkte die Sony in der Entwicklung derzeit verfolgt. Hierzu soll schnellstmöglich ein Firmware Update nachgeschoben werden, der die Emulation von PS1 Spielen ermöglicht. Sony plante zum Start das der neue Handheldgeneration die Möglichkeit PSP Spiele, PSP-PSN Spiele, PS1 Spiele und natürlich PS Vita Spiele abzuspielen, doch technisch scheiterte man an der Umsetzung der PS1 Spiele passend zum Produktlaunch. Hier soll wie gesagt schnellstmöglich ein Update nachgereicht werden um dieses Feature ebenfalls den Endkunden zur Verfügung zu stellen.

    Zur Sprache kam ebenfalls das Thema des UMD Transferprogramms. Während in Japan Besitzer von PSP Titeln diese gegen eine geringe Gebühr für ihr PSN und somit für ihre PS Vita freischalten und anschließend downloaden und spielen können, schauen amerikanische Spieler hier in die Röhre. Das Transferprogramm wurde in Amerika nicht angesetzt und soll es auch nicht. Wie die Lage dazu in Europa sein wird ist noch nicht sicher, aber es ist davon auszugehen das auch hier kein Transfer von physischen Datenträgern zur digitalen Kopie stattfinden wird.   Yoshida erklärt das aus zweierlei Gründen: Zum einen ist der digitale Markt in Japan deutlich größer als es in den westlichen Ländern der Fall ist, wo man den Sprung von von der Haptik zur Digitalen noch nicht vollständig geschafft hat, zum anderen sind viele der PSP Titel bereits jetzt im PSN Store verfügbar, und das zu sehr günstigen Konditionen. Bezahlen muss man als Kunde ohnehin, ob nun für ein Transfer oder für einen Neukauf der digitalen Kopie.

    (via)



    Um auf dem neuesten Stand zu bleiben und keine News zu verpassen, könnt ihr entweder unseren RSS Feed abonnieren, unserem Twitter Account folgen oder Fan auf unserer Facebook-Fanpage werden.